Selbstverständnis

Die Bildungszentren

Die Bildungszentren im ländlichen Raum werden durch verschiedene Faktoren entscheidend geprägt: durch den spezifischen Auftrag des Trägers, durch das regionale Umfeld und nicht zuletzt durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst. Insofern verfügt jedes Haus über seine Besonderheiten, sein individuelles Profil.

Die gemeinnützig organisierten Häuser handeln in eigener wirtschaftlicher Verantwortung. Mitglieder in den Trägervereinen sind die katholische oder die evangelische Kirche sowie die Bauern- und Landfrauenverbände. Durch Vernetzung,  Erfahrungsaustausch und Know-how-Transfer erstreben wir ein hohes Qualitätsniveau in allen Bereichen. Ziel ist, Dir mit Fachkompetenz zur Seite zu stehen und eine Atmosphäre zu schaffen, die Lernen und Wohlfühlen fördert.


Unsere Geschichte

Die Wurzeln unserer Bildungszentren liegen in den ländlichen Heimvolkshochschulen der 50er Jahre. Kirchen und Bauernverbände engagierten sich, um den Menschen auf dem Lande nach dem Zusammenbruch des Nationalsozialismus ein Forum für gemeinsames Lernen zu bieten. Ziel war es, Werte zu vermitteln, die die Basis  jeder demokratischen Grundhaltung sind.

Ganz in der Tradition der Heimvolkshochschulbewegung des Theologen und Pädagogen Nikolaj Frederik Severin Grundtvig, sollte Bildung nicht länger das Privileg einiger weniger sein, sondern demokratisch vermittelt werden: Unabhängig von Herkunft und Stand sollten alle Menschen Zugang zu Bildung haben – auch die auf dem Lande. Der tief gläubige Christ erkannte, dass Bildung eine wesentliche Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg ganzer Regionen ist und für die Teilnahme am gesellschaftspolitischen Leben.

Dieser Tradition fühlen wir uns auch heute verpflichtet.


Das Bildungsverständnis

Bildung für die Menschen auf dem Lande ist nach wie vor unser erstes Ziel. Und die muss weit mehr umfassen als Angebote zu Beruf, Politik, Kultur, Musik und Kunst. Sie sollte speziell auf die Bedürfnisse der Bevölkerung im ländlichen Raum abgestimmt sein, wo mancherorts der Mangel an öffentlichen Angeboten durch ein Mehr an Engagement kompensiert werden muss. Sie sollte Visionen fördern, zur Übernahme von Verantwortung ermutigen, zu einem eigenen Lebens- und Arbeitsraum befähigen. Und sie sollte anregen zu ehrenamtlichem Engagement, um neue Handlungsspielräume zu entdecken und Handlungskompetenzen entwickeln zu können.

Zum Prinzip unserer Arbeit gehört das gemeinsame Leben und Lernen unter einem Dach. Das grundsätzliche Anknüpfen an die eigenen Erfahrungen und das soziale Umfeld setzt Lernen an praktischen Beispielen effizient um. Informationen, Vorträge, Referate, Übungen und Exkursionen runden das Angebot ab. Insgesamt ist die Methodik vielfältig, stets teilnehmerorientiert und aktivierend.

Kommunikation auf Augenhöhe, moderierte Prozesse zur Stärkung des Miteinander und der Einsatz musisch-kreativer Elemente kennzeichnen unsere Methoden – die Ansprache von Herz, Hand und Verstand steht immer im Mittelpunkt.